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Sonderausgabe „Alan Wake“

In der letzten Sonderausgabe zu Dan Pinchbecks Dear Esther ging es unter anderem um die Fragen „Ist das überhaupt [noch] ein Computerspiel? Oder ist es [schon] ein Spiel-Text?“ und darum, was an der Grenze zum Computerspiel steht. Die Antwort von Marcel Schellongs Artikel Am Ende des Computerspiels – die Literatur? war überraschend.

Noch überraschender ist diese Antwort im Kontext zu Tobias Unterhubers neuem Text Spielen Spielen – Doppelte produktive Rezeption in Alan Wake, wenn dieser nun zum Ergebnis kommt, dass Remedys Alan Wake trotz seiner Nähe zum seriellen Roman und Film in seiner Struktur eben doch ein sehr konventionelles Computerspiel ist.

Doch gerade in seiner Verfasstheit als konventionelles Computerspiel, das durch zahlreiche intermediale Bezüge gekennzeichnet ist und zusätzlich eine Verschmelzung des Schaffensprozess eines Schreibers und des Geschriebenen verhandelt, ist Alan Wake ein Ausdruck seiner eigenen Verwobenheit in ein kulturelles Gewebe. Das Computerspiel stellt sich hier also als Teil eines großen Medienverbundes dar.

Wir möchten Sie herzlich zur Lektüre unserer neuen Paidia-Sonderausgabe über Alan Wake einladen, in der sich wiederum sechs Autoren von unterschiedlichen Standpunkten aus mit demselben Gegenstand beschäftigt haben und dabei zu interessanten Ergebnissen gelangt sind:

Sollten Sie unsere Artikel zu eigenen Gedanken über Alan Wake anregen oder wollten Sie schon lange etwas zu diesem kanonischen Titel schreiben, scheuen Sie sich nicht, uns diese in Form eines Artikels zu schicken. Wir werden sie gerne in unserer Rubik Alan Wake-Spezial nachveröffentlichen. Sie erreichen uns über die Redaktionsadresse redaktion@paidia.de.

Neuste Beiträge aus Sonderausgabe „Alan Wake“

“Alan Wake” und die Geister des Pazifischen Nordwestens

Der Artikel untersucht die in Alan Wake auftretenden Gegner - ihr Aussehen, ihr Verhalten und ihre Semantisierung in der Spielwelt. Dabei offenbart er den Blick auf das vergessene industriellen Erbe einer urbanisierten und globalisierten Nation; gleichzeitig entlarvt er dabei Alans Kampf als den gegen die verdrängten (blue collar) Strukturen der amerikanischen Gesellschaft.

Alice Wake – Versenkung und Rückbindung in Remedys „Alan Wake“

Alice, die Frau des Protagonisten, bestimmt im größten Teil der Geschichte Alans Gedanken. Sie ist der Fixpunkt auf den er zuläuft, egal was um ihn herum geschieht und wie viel Dunkelheit ihn umgibt. Doch bemerkenswerterweise ist Alice nur an wenigen Stellen als Person Teil der Geschichte. Schon im Intro äußert Alan die Angst, dass er ...

“Shine a light” – „Alan Wake“ und das Lichtsujet

Licht ist normal. Licht kann erhellen. Licht kann blenden. Für uns ist Licht selbstverständlich, aber was passiert dort, wo das Licht versagt? Für manche mag es eine Qual gewesen sein als Kind die dunkle Kellertreppe hinunterzusteigen. Manche haben sogar angefangen zu singen. Sich von der Angst ab­lenken, lautete die Devise. Man lief dann hinunter, holte ...

Die unterschwellige Intertextualität in „Alan Wake“

Alan Wake strotzt vor auffälligen Anspielungen auf Stephen King, Hitchcock, das Max Payne-Universum und natürlich auch auf Twin Peaks. Doch es darf angenommen werden, dass die tatsächliche verwirrende und zum Teil gänzlich unzufrieden stellende Wirkung, die Alan Wake auf den Spieler zeigt, nicht ganz so subtil aufzufinden ist. Zum Teil liegt diese Wirkung wohl in ...

„Alan Wake“ – Theoriediskurs im fiktionalen Gewand

Der öffentliche Diskurs um Videospiele schiebt seinen Gegenstand gerne, ganz der adornoschen Unterscheidung von ernster und trivialer Kunst verpflichtet, als ausschließlich dem Zeitvertreib dienendes Spielzeug für Kinder oder infantile Erwachsene beiseite. Anstatt eine kompetente Gegenposition zu beziehen, verstärken mitunter sogar die Fürsprecher und Liebhaber des Mediums diese Position, wie sich anhand eines Großteils des deutschen ...