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Dominic Brakelmann promoviert an der Freien Universität Berlin zur Medienreflexivität von Angsträumen in Literatur, Film und Videospiel. Er hat Germanistische Literatur- und Kulturwissenschaft, Kunstgeschichte und Musikwissenschaft an der Technischen Universität Dresden studiert, sowie Medienwissenschaft an der Bauhaus-Universität Weimar. Zusammen mit Arvid Kammler betreibt er einen Blog über Computerspielforschung und Spielekultur (ilinx.space).

NEUSTE ARTIKEL von Dominic Brakelmann

Der Avatar als phantastische Anordnung des Computerspiels

Die Weltvermittlung figurenzentrierter Videospiele geschieht in vielen Fällen über steuerbare Avatarfiguren. Diese Avatare und die diesen eigene Vermittlungsleistung können in einem mechanistischen Schema über einen sensumotorischen Einbezug der Spielenden und einer damit einhergehenden Erweiterung des anthropogenen Körperschemas erklärt werden. Doch bereits in vermeintlich simplen Spielanordnungen, wie im 2010 erschienenen Plattform-Spiel LIMBO treten Störelemente parasitärer Art auf. Die Avatarfigur wird von (zumeist biologisch markierten) Dritten der Kontrolle des Spielers entrissen. Derartige Operationen verweisen auf die Ontologie des Videospiels als eine Assemblage von unterschiedlichen Akteuren in einem oszillierenden Macht- und Kontrollsystem, mit wechselnden Hierarchien.